Herbstliches Blütenmeer durch Astern

Zu den Highlights im herbstlichen Garten gehört zweifelslos die Blüte der Astern. Obwohl es auch frühjahrs- und sommerblühende Asternarten gibt, sind es besonders die herbstblühenden Arten im September und Oktober, die mit ihren prachtvollen, leuchtenden Farben den Garten noch einmal zum Leuchten bringen.

 

Die Blüten der Astern mit der strahlenförmigen Anordnung der Blütenblätter gaben dieser alten Gartenpflanze ihren Namen, denn die lateinische Bezeichnung „astrum“ bedeutet Stern. Die körbchenförmigen Blütenstände stehen je nach Sorte einzeln oder zu mehreren an einem Stängel. Darüber hinaus bietet das große Sortiment der Astern eine Vielzahl verschiedener Farben von Weiß, zartem Rosa, pink, blau bis hin zu einem kräftigen violettblau. Die Wuchshöhe der verschiedenen Sorten liegt zwischen 5 cm hohen Polsterpflanzen und hohen Pflanzen von bis zu 2 – 3 Metern – also eine gewaltige Spanne, die für die Gestaltung einer Gartenanlage außerordentlich interessant ist. Astern kommen besonders gut zur Geltung, wenn man sie in Gruppen pflanzt, das heißt je mehr, desto besser. Je nach ihrer Wuchshöhe unterscheidet man Kissenastern (Aster dumosus), Glattblattastern (Aster novi-belgii) sowie Raublattastern (Aster noviae-angliae).

 

Die polsterförmigen Kissenastern eignen sich mit max. 50 cm Höhe gut für den Vordergrund von Rabatten in Gruppen von 3-5 Stück . Die Sorte „Blauer Gletscher“ mit einer Höhe von 25 -35 cm ist mit ihren halbgefüllten Blüten außerordentlich reichblütig und sehr robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten  und  Schädlinge.

Herbstgarten mit Astern

Glattblatt-Astern  sind ideal für den mittleren Bereich der Beete. Kombiniert  mit Gräsern, wie zum Beispiel der filigranen Rutenhirse oder dem attraktiven Lampenputzergras wird der straffe Wuchs der Astern durch reizvolle Leichtigkeit ergänzt. Die hohen Raublatt-Astern pflanzt man aufgrund ihrer Höhe in den hinteren Bereich des Staudenbeetes. Da sie dazu neigen im unteren Drittel des Stängels zu verkahlen, sollten diese Astern mindestens bis zur Hälfte von anderen Pflanzen verdeckt sein. Vorteilhaft ist, dass Raublatt-Astern  robuster und weniger krankheitsanfällig sind als Glattblatt-Astern. Auch kurzzeitige Trockenheit vertragen sie deutlich besser. Besonders empfehlenswert ist hier die Sorte „Andenken an Paul Gerber“, die mit ihren purpurosa Blüten überaus reichblühend ist und sich als gesund und standfest erwiesen hat.

 

Problematisch ist bei den hohen Arten der Raublatt-Astern häufig die mangelnde Standfestigkeit. Die Pflanzen benötigen also beizeiten Pflanzringe als Stütze. Bei üppigen Pflanzen kann man im Mai asuch den sogenannten „Chelsea Chop“ anwenden, das heißt, dass die äußeren Triebe auf 30 – 45 Zentimeter zurückgeschnitten werden. Bis zur Blütezeit im September treiben sie wieder gut durch und verdecken so die kahlen Stängel der mittleren Haupttriebe. Um einem Vergreisen der Pflanzen vorzubeugen, sollten sie unbedingt alle 3-4 Jahre geteilt werden.

 

Allen Astern gemeinsam ist, dass sie einen sonnigen Standort mit einem lockeren, durchlässigen Boden lieben. Das beste Mittel gegen Mehltau und Asternwelke sind opti,male Standortbedingungen. Für regelmäßige Gaben von Komposterde sind Astern dankbar. Auf eine stickstoffreiche Düngung sollte dagegen auf jeden Fall verzichtet werden, da diese die Pflanze anfällig für Mehltau macht. Die leider häufig auftretende Asternwelke, die durch einen Pilz (Verticillium) hervorgerufen wird, äußert sich in bräunlichen Verfärbungen des Laubes. Die durch Asternwelke oder auch Mehltau befallenen Pflanzen müssen unbedingt im Herbst zurückgeschnitten werden, damit Krankheiten und Schädlinge nicht im Laub überwintern und dann im Frühjahr den Neuaustrieben schädigen können. Die abgeschnittenen Pflanzenteile gehören daher auch auf keinen Fall auf den Kompost, sondern in die Restmülltonne. Wichtig ist in diesem Fall auch, die benutzte Gartenschere nach dem Einsatz gut zu säubern und evtl. auch zu desinfizieren.

 

Um den Erwerb von gesunden und robusten Pflanzen zu garantieren, sollten Astern grundsätzlich  nur im Fachhandel gekauft werden, wobei auf Vermerke des Arbeitskreises Staudensichtung zu achten ist. Hierbei handelt es sich um ein unabhängiges Gremium zur Überprüfung von Staudensorten. Auf den Bildetiketten der Containerpflanzen entsprechen zwei Sterne der Note „Sehr gut“. Drei Sterne stehen für ausgezeichnet.

 

Die Blüten der Myrtenaster (ericoides) wirken mit ihren unzähligen kleinen weißen, zartrosa oder zartvioletten Körbchenblüten leicht, schleierartig  und filigran. Die verzweigten Blütenstände beschließen den Reigen der Asternblüte und blühen ausgesprochen lange. Die als Septemberkraut bekannte Aster pringlei „Monte Cassino“ blüht bis weit in den November hinein unermüdlich und ist besonders in der Nähe von herbstfärbenden Gehölzen ein wunderschöner Blickfang.

Richtig Gärtnern – Der Garten im Herbst – Teil 2

Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen nur noch selten den zweistelligen Bereich erklimmen, geht das Gartenjahr langsam zu Ende. Bevor die Natur und damit auch der Hobbygärtner endgültig in den wohlverdienten Winterschlaf gehen können, sind allerdings noch einige wichtige Aufgaben zu erledigen, damit man sich auch im kommenden Frühling wieder an einer Blütenpracht erfreuen kann.

 

Viele Gärtner meinen, sie müssten nun tabula rasa machen und alle Stauden bis auf den Boden tief herunterschneiden. Doch damit kann man sich getrost noch Zeit lassen, bis die ersten wirklich harten Fröste alles unansehnlich und schwarz machen. Denn viele alte Blütenstände bilden mit den ausgereiften Samen eine ideale Futterquelle für die Vogelwelt. Und manche Gartenpflanze sieht – überzogen mit Raureif – wunderschön und geheimnisvoll aus. Dies gilt insbesondere für Gräser, deren Halme erst im zeitigen Frühjahr abgeschnitten werden dürfen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Wasser und bei Kälte Frost in die hohlen Halme eindringen und der Wurzelballen dadurch Schaden nimmt. Daher kann man sich die lästige Arbeit im Herbst einteilen und alles – je nach Wetterlage – nach und nach erledigen.

Rosen

Auch mit dem Winterschutz – zum Beispiel für Hochstammrosen – sollte man sich durchaus Zeit lassen, bis der Winter tatsächlich Einzug hält, also Ende Dezember bzw. Anfang Januar. Leichte Nachtfröste schaden Rosen nicht. Dagegen fördert ein zu frühes Einpacken der Rosenkrone möglicherweise eher Krankheiten, denn bei dem Auf und Ab der Temperaturen in den Monaten Oktober bis Dezember bildet sich leicht zu viel Feuchtigkeit unter den Hauben und damit der ideale Nährhoden  für verschiedene Pilzkrankheiten. Deshalb sollte Rosen auch nicht mit einer Plastikhaube ummantelt werden, wie sie zum Teil noch im Handel angeboten werden – selbst wenn diese mit Luftlöchern versehen ist. Auch Jute ist nicht unbedingt als Winterschutz geeignet, denn es ist wichtig, dass die Rose unter ihrem Schutz gut belüftet wird und immer wieder abtrocknen kann. Daher ist ein Material aus Flies ideal, weil es gut atmet. Dieses Material wird im Fachhandel in unterschiedlichen Größen sowie auch in einer praktischen Kapuzenform angeboten. Wichtig ist vor allen Dingen, dass die Veredelungsstelle der Rose gut geschützt ist. Das erreicht man auch durch das Umbinden mit Reisig. Der Pflanztopf kann durch eine Ummantelung mit einer Noppenfolie aus Plastik gut geschützt werden und sollte auf einer Unterlage stehen, die gegen den Frost aus dem Boden schützt. Rosenhändler geben inzwischen auch den Tipp, mit dieser Folie bereits beim Pflanzen der Rose das Gefäß rund auszukleiden, wobei der Boden natürlich ausgespart werden muß. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Topfrosen an frostfreien Tagen im Winter immer wieder einmal gut gewässert werden. Denn es ist ein häufig verbreiteter Irrtum, dass diese Rosen im Winter erfrieren – sie vertrocknen vielmehr, insbesondere, wenn die Sonne im Februar trotz niedriger Temperaturen bereits schon wieder eine gewisse Kraft hat.

 

Winterschutz für Beetrosen ist nur bedingt erforderlich, wenn beim Pflanzen die Veredelungsstelle im Boden versenkt worden ist. Ist dies nicht der Fall, sollte die Rose mit Tannenreisig geschützt werden. Bitte auf keinen Fall Zweige von Thuja  benutzen, da die Rose auch hiermit zu wenig atmen kann. Insbesondere im Frühjahr bietet Tannenreisig den Vorteil, dass die vertrockneten Nadeln nach und nach von allein abfallen, so dass die Rosen genügend Luft zum Atmen und Abtrocknen haben.

 

Rosen sollten im Herbst auf keinen Fall zurückgeschnitten werden. Nur Knospen, die nicht mehr aufgeblüht sind sowie verblühte Blütenstände dürfen abgeschnitten werden. Erst im Frühjahr – als Faustregel gilt der Beginn der Forsythienblüte – werden Rosen eingekürzt. Frieren Rosen in einem besonders harten Winter zurück, kann man die abgestorbenen Teile der Triebe problemlos wegnehmen. Es bleiben über der Veredelungsstelle dann immer noch genügend Augen übrig, die zum Sommer neu austreiben können.

Indian Summer – Goldener Herbst

Wenn die Tage kürzer werden und die Nachttemperaturen bereits in den einstelligen Bereich absacken, verabschiedet sich der Spätsommer mit einem besonderen Höhepunkt im Gartenjahr. Viele Menschen bezeichnen diese Zeit, in der die Sonne nur noch milde scheint und das Licht dadurch alles weicher zeichnet, die Luft aber frisch und klar ist, als „goldenen Herbst“. Der englische Begriff „Indian Summer“ steht für das prächtige Schauspiel riesiger Waldflächen, die sich jedes Jahr im späten Herbst an der Ostküste der Vereinigten Staaten und Kanadas leuchtend bunt verfärben.

 

Wissenschaftler erklären das Naturschauspiel der alljährlichen Herbstfärbung damit, dass der stickstoffreiche grüne Blattfarbstoff  (Chlorophyll) durch das geringere Sonnenlicht abgebaut und für die nächste Saison im Holz eingelagert wird. Durch diesen Prozess kommen die im Sommer überlagerten gelben und orangen Farbpigmente Carotinoide und Xanthophylle) besser zur Geltung. Die kräftig rote und rotviolette Herbstfärbung, zum Beispiel bei dem Wilden Roten Weinlaub,  entsteht durch Anthocyne, die erst im Herbst durch Stoffwechseländerungen im Blatt entstehen und vermutlich auch als Sonnenschutz für die Blätter fungieren. Je nach Pflanzenart kommt es so zu spektakulären Herbstfärbungen. Dabei spielt allerdings auch die Witterung eine entscheidende  Rolle. Je stabiler die Wetterlage durch ausgeprägte Hochdruckgebiete ist – also trocken und sonnig – umso intensiver  und eindrucksvoller erscheint die Blattfärbung.

 

Und auch in unseren Gärten kann man bei der Anlage und Gestaltung durch eine gezielte Auswahl verschiedener Stauden und Gehölze dieses Farbspiel erreichen. Besonders geeignet für Kleingärten sind Gehölze, wie die Felsenbirne (Amelanchier),  das Pfaffenhütchen (Euonymus europacus) und die Zaubernuss  (Hamamelis), aber auch der Perückenstrauch (Cotinus) sowie Ahorne (Acer japonicum) und Hartriegel (Cornus) in verschiedensten Sorten. Der Japanische Schneeball (Virburnum plicatum), der im Mai / Juni mit cremeweißen Blüten leuchtet, die dann beim Verblühen leicht rosa werden, zeigt in den Wintermonaten eine dunkelrote bis fast violette Färbung des Laubes.

 

Viele Kletterpflanzen verzaubern durch ihre leuchtende Herbstfärbung und machen auch in dieser Jahreszeit Hauswände, Garagen und Pergolen zu einem besonderen Blickfang. Hervorragend geeignet sind dabei der auch als Jungfernrebe bekannte Wilde Wein (Parthenocissus) sowie die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris).

Herbstgarten

Auch verschiedene Stauden und Gräser bieten neben ihren Blüten durch eine besondere Herbstfärbung noch einen letzten Höhepunkt im Garten, bevor sie sich dann endgültig in die Winterruhe begeben. So begeistert der leuchtend blau blühende Bleiwurz (Ceratostigma plumbagginoides) im Herbst mit kupferfarbenen Blättern, die einen tollen Kontrast zu den blauen Blüten bilden.

Interessante Herbstfärbungen finden sich auch bei vielen Arten des Storchschnabels (Geranium), die von orange bis hin zu blutrot reichen. Hier sei besonders der anspruchslose Sibirische Storchschnabel (Geranium wlassovianum) genannt, der von Juni bis September violettblau blüht und einem leicht rötlichen Laub, das sich im Herbst leuchtend orangerot verfärbt.

Bergenien sind robuste Blattschmuckstauden mit ledrigen, immergrünen Blättern. Die Blätter der Sorte „Eroica“ färben sich im Winter teilweise leuchtend rot. Mitunter kommt es im Herbst auch zu einer zweiten Blüte, die gemeinsam mit den auffälligen, großen  Blättern in den herbstlichen Beeten dann besonders gut hervortreten.

 

Gräser setzen im Garten ganz besondere Akzente und sorgen für auffällige Strukturen. Die filigrane Rutenhirse (Panicum virgatum) ist mit ihren schleierförmigen Blütenrispen schon im Sommer ein absoluter „Hingucker“. Wenn sich aber ab Ende August die Laubspitzen kupferrot färben, ist der Anblick einfach überwältigend. Auch das Tautropfengras (Sporobolus heterolepis) , das mit seinen filigranen Blütenrispen wie eine Blütenwolke im Wind zu tanzen scheint und ganz besonders wirkungsvoll im Gegenlicht wirkt, färbt sich im Herbst leuchtend ockergelb.

 

Der Tausendblütenstrauch (Abelia grandiflora)  ist ein immergrünes Zwerggehölz mit einer Endhöhe von ca. 1,5 m und daher besonders für Kleingärten gut geeignet. Diese Pflanze trägt die Bezeichnung „grandiflora“ zu Recht, denn sie öffnet ihre unzähligen trichterförmige zartrosa bis weiße Blüten zwar erst im Herbst, aber dannn in überreicher Fülle.  Zusammen mit den rötlichen Blättern ergibt sich dadurch ein kontrastreiches, leuchtendes Bild. Leider ist der rundliche Strauch nur bedingt winterhart und benötigt daher unbedingt Winterschutz.

 

Die Rebhuhn- oder Scheinbeere (Gaultheria procumbens) ist ebenfalls ein immergrüner Kleinstrauch, der sich durch seine niederliegende Wuchsform sowohl als Bodendecker in Stein- oder Heidegärten als auch für die Bepflanzung von Kübeln und Töpfen gut eignet. Während die weißen Blüten eher unscheinbar sind, bleiben die roten, fleischigen Beeren ein auffälliger Schmuck bis weit in den Winter hinein und bieten einen kontrastreichen Anblick zusammen mit den ledrigen grünen und kupferfarbigen  Blättern.

Richtig Gärtnern – Der Garten im Herbst – Teil 1

Ab Ende September / Anfang Oktober geht die Saison im Garten langsam dem Ende entgegen. Die Tage werden kürzer und die Sonnenstunden entsprechend rarer. Für viele Menschen hat jedoch gerade diese herbstliche Zeit ihren ganz besonderen Reiz. Die Temperaturen sind moderat und gut verträglich und das milde Licht der Sonne zeichnet alles in der Natur weicher als im Hochsommer. Dafür tauchen die nun in voller Blüte stehenden Herbstblumen, wie Astern und Chrysanthemen, sowie die gelbe und rote Einfärbung der Blätter vieler Bäume den Garten in leuchtend feurige Farben. Es ist, als wolle die Natur mit diesem Farbspiel noch einmal deutlich zeigen, wie schön sie ist, bevor sie dann für einige Monate in den Winterschlaf geht.

 

Für den Hobbygärtner fängt jetzt das große Aufräumen, aber auch eine Zeit der Neugestaltung im Garten an. Mit anderen Worten: eine arbeitsreiche Zeit. Wichtig ist jetzt, den Rasen bis Ende September noch einmal zu düngen, damit er gut durch den Winter kommt. Da der Boden meist bis in den Oktober hinein noch warm ist, können kleinere Lücken durch Aussaat oder Rollrasen ebenfalls noch gut ausgebessert werden. Der letzte Schnitt sollte – je nach Witterung – dann Mitte bis Ende Oktober zuletzt erfolgen. Die Halme dürfen nicht zu lang sein, da sie sonst im Winter unter Nässe und Schnee leiden. Das nun fallende Laub sollte auf den Beeten unbedingt liegen bleiben, denn es bietet einen guten Schutz für Stauden und viele Kleintiere. Darüber hinaus bildet sich im Laufe des Winters eine gute Humusschicht auf den Beeten. Der Rasen dagegen muss stets von Laub freigehalten werden, damit er atmen kann. Das Zusammenharken der Blätter hat darüber hinaus noch den positiven Begleiteffekt, dass Moos und liegengebliebener Grasschnitt entfernt werden – der Rasen wird also automatisch noch einmal belüftet.

Herbstgarten

Ab Ende September beginnt die Pflanzzeit für Stauden, Gehölze und auch wurzelnackte Rosen. Die Gehölze und Koniferen aus Baumschulen verfügen in der Regel über einen ausreichend großen Ballen. Trotzdem sollten sie nach dem Transport innerhalb von drei Tagen in die Erde gesetzt werden, damit keine Trockenschäden an den äußeren Wurzeln auftreten. Das Pflanzloch muß ausreichend groß sein, damit der Ballen von lockerer Erde umgeben ist und die feinen Wurzeln leichter Fuß fassen können. Nach dem Einsetzen wird das Gehölz mit einem Giessring umgeben, der das Wässern erleichtert. Wurzelnackte Rosen sollten vor dem Pflanzen einen Tag vollständig in einem Eimer gewässert werden, damit sie sich richtig vollsaugen können. Ist nach dem Kauf ein sofortiges Einpflanzen aus zeitlichen Gründen nicht möglich, kann man die Rosen im Beet mit Erde vollständig bedecken – sie werden sozusagen kurzzeitig beerdigt – um sie so vor dem Austrocknen zu schützen. Auf keinen Fall dürfen sie mehrere Tage liegen bleiben. Dies wäre ihr sicherer Tod!

 

Für Korrekturschnitte an älteren Gehölzen gilt grundsätzlich, dass nur das Nötigste entfernt werden sollte. Die richtige Zeit für den Gehölz- und Baumschnitt sind die Monate Januar und Februar, wenn die Vegetation ruht und die Gehölze nicht im Saft stehen. Ein ironischer Spruch unter gelernten Gärtnern lautet „Nur Haumeister schneiden im Herbst“.

Bunte Teppiche im Heidegarten

Wenn sich der Hochsommer allmählich verabschiedet und das Licht anfängt weicher zu werden, beginnt die Saison der Heidepflanzen. Wir kennen das immergrüne Heidekraut, die Besenheide (Calluna vulgaris), aus der Lüneburger Heide im Nordosten Niedersachsens, wo sie als größte zusammenhängende Heidefläche eine große Landpartie bedeckt und jedes Jahr  ab August bis in den Oktober hinein Zehntausende von Besuchern anlockt. Der üppige Flor mit dichten rosafarbenen Blütentrauben bedeckt den Sandboden und verträgt dabei viel Sonne. Durch die Haltung der genügsamen Heidschnucken in großen Herden bleiben die Heidepflanzen kurz und die Landschaft wird von höherem Bewuchs freigehalten. Die ebenfalls anspruchslosen Birken sowie Kiefern und Wacholder ragen vereinzelt oder in kleinen Gruppen aus diesen Flächen deutlich hervor und bilden einen kontrastreichen Reiz.

 

Bei der Anlage von Gärten, insbesondere von Vorgärten, wird dieses Bild gerne übernommen. Die Anlage eines Heidegartens bietet sich vor allen Dingen dort an, wo aufgrund der natürlichen Gegebenheiten sandige, leicht saure und nährstoffarme Böden vorhanden sind. Darüber hinaus ist es eine hervorragende Gastaltungsidee für Kleingärten, die so trotz ihrer geringen Fläche eine interessante Struktur erhalten. Entscheidend für alle Anpflanzungen ist, dass der Heidegarten ausreichend Sonne erhält. In Kombination mit mittlerweile vielfältig angebotenen Zwergformen von Kiefern und Wacholder, aber auch mit verschiedenen filigranen Gräsern lässt sich so auch eine vergleichsweise kleine Fläche abwechslungsreich gestalten. Durch das Setzen von Krokusszwiebeln und botanischen Tulpen  wird das Bild im Frühling zusätzlich belebt.

 

Aber auch für Steingärten oder als Unterpflanzung für Gehölze eignet sich Heide ausgesprochen gut, vorausgesetzt die Bodenbedingungen stimmen und die Pflanzen werden kurz und buschig gehalten. Durch die unterschiedliche Arten der Heidepflanzen sind die Einsatzmöglichkeiten nahezu unbegrenzt und die Vielfalt der Heidesorten sichert eine Blütezeit vom Spätsommer bis weit in den Frühling hinein. Die Sommerheide (Calluna), die von August bis zum Frostbeginn blüht, kommt in Gruppen gepflanzt am besten zur Geltung. Der verholzende und immergrüne Zwergstrauch wächst sehr langsam, kann jedoch bei ungestörter Entwicklung bis zu einem Meter hoch n und etwa 40 Jahre alt werden.

Heide

Besonders attraktiv ist die Schnee- oder Winterheide (Erica carnea), da sie ihre Blütenknospen bereits im Herbst des Vorjahres ausbildet. Die Blütezeit der glockenförmig in Trauben sitzenden Blüten beginnt dann im Winter je nach Witterung im Januar oder Februar und dauert bis Mai. Mit ihren leuchtenden Farbtönen in Rot, Rosa und Weiß verschönert sie den Garten in einer blütenarmen Zeit. Sie schafft es sogar, mit ihren Blüten aus Schnee und Eis hervor zu luken und lockt so an sonnigen Tagen frühzeitig bereits erste Bienen und Insekten an.

 

Seit einigen Jahren wird das Angebot durch die besonders robuste und winterharte Knospenheide, auch bekannt unter dem Markenzeichen „Golden Girls“, ergänzt. Charakteristisch für diese Heidezüchtung ist, dass ihre in dichten und traubigen Blütenständen stehenden Blütenknospen immer geschlossen bleiben und so ihre attraktiven Farben behalten. Neben den einfarbigen Pflanzen in Weiß, rosa oder rot gibt es inzwischen Zusammenpflanzungen mit Farbkombinationen von besonderer Leuchtkraft aus drei oder sogar vier Farben (Twingirls ,Trio- oder Quatrogirls) in einem Topf. Besonders frisch wirken dabei die neuen buntlaubigen Sorten, die zwar keine Knospen bilden, deren hellgrüne Laubfarben aber auch im tiefsten Winter stets an Frühling erinnern. Diese schönen Varianten bilden einen dekorativen Herbst- und Winterschmuck für den Garten, aber auch als Topfbepflanzung für Terrasse und Balkon sowie für die Grabgestaltung.

 

Heidepflanzen sind immergrüne Zwerggehölze, die – je nach Art – 15 -20 cm hoch werden und sich teppichartig verzweigen. Wichtig für das gleichmäßige Gedeihen aller Heidepflanzen ist das regelmäßige und kräftige Zurückschneiden direkt nach der Blüte. Die Schere des Gärtners ersetzt also die Heidschnucke, indem die letztjährigen Blütentriebe und die Hälfte des Neutriebes zurückgeschnitten werden. Nur so lässt sich erreichen, dass die Pflanzen buschig bleiben, also nicht von innen heraus verkahlen und dadurch unansehnlich werden. Auch wenn Heidepflanzen robust und anspruchslos sind, sollte man sie in heißen, regenarmen Sommern nicht völlig austrocknen lassen. Bei Schneeheide ist zu beachten, dass sie in Symbiose mit einem Wurzelpilz lebt. Sie muss daher stets mit der Topferde eigesetzt werden, damit der für sie so wichtige Pilz erhalten bleibt.

 

Durch die Kombination der verschiedensten Heidearten  und –sorten, die zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten blühen, kann man einen Heidegarten für das ganze Jahr reizvoll und ansprechend gestalten, so dass dieser alles andere als langweilig wirkt.

Gute-Laune-Blüten

Leuchtend gelbe Prachtstauden sorgen ab Juli für eine fröhliche Stimmung im Garten. Neben dem bereits im ersten Teil über die goldgelben Spätblüher ausführlich erwähnten Sonnenhut (Rudbekia bzw. Echinacea) mit seinen unterschiedlichen Sorten haben im sommerlichen Garten vor allen Dingen auch Sonnenbraut (Helenium) und Sonnenblume (Helianthus) sowie die unermüdlich blühenden Stauden Mädchenauge (Coreopsis) und Sonnenauge (Heliopsis) ihren großen Auftritt und strahlen dank ihrer leuchtenden goldgelben Farben mit der Sonne um die Wette. Bei der Gartenanlage sollten diese Gute-Laune Gartenpflanzen daher auf keinen Fall im Staudenbeet fehlen.

 

Der botanische Name des Sonnenauges (Heliopsis) leitet sich aus dem Griechischen ab, nämlich hélios für Sonne und opsis für ähnlich. Die verschiedenen Arten des Sonnenauges sind überwiegend sehr ausdauernde Gartenpflanzen, die zum Teil 20 oder 30 Jahre an einem Standort im Garten verbleiben können, ohne in ihrer unermüdliche Blühkraft nachzulassen. Schon mit einem geringen Pflegeaufwand lässt sich durch Ausschneiden der verblühten Blüten oder Blütenstände die Blütezeit bis in den beginnenden Herbst hinein verlängern, da es so zu einer Nachblüte aus den Seitenknospen kommt. Die körbchenförmigen Blütenstände sind je nach Sorte einfach, halbgefüllt oder gefüllt, und es gibt inzwischen auch Sorten mit panaschierten Blättern. Neben ihrer Blühfreudigkeit machen diese langlebigen Stauden stets eine gute Figur, denn sie sind standfest, robust und kaum anfällig für Krankheiten. Bevorzugt werden vollsonnige, aber nicht zu trockene Standorte. Um die Staude während ihrer Wachstumsphase zu unterstützen, sollte man bei zu trockener Witterung im Mai und Juni unbedingt ausreichend wässern, da sonst Trockenschäden auftreten können und die Pflanze in ihrem Wachstum kümmert.

Prachtstauden

Ab Ende Juli startet die Hochzeit der Sonnenbräute (Helenium) im Staudenbeet. Sie sind der Tausendsassa unter den Sommerstars, denn das Farbspektrum der körbchenartigen Blüten mit der kugelförmigen Mitte reicht von einem warmen gelb und orange über die verschiedensten Tönungen von Rot bis hin zu einem kupferfarbigen rotbraun sowie Mahagoni, wobei die Blütenblätter bei einigen Sorten auch zweifarbig sein können. Die wie viele kleine Sonnen leuchtenden Blüten bestehen aus einer Fülle kleiner Röhrenblüten, die in der Blütenmitte zu einer gewölbten Scheibe angeordnet sind. Diese wird umgeben von einem Kranz von Strahlenblüten. Die üppige Fülle der farbenprächtigen Blüten gleicht einem wahren Feuerwerk und sucht ihresgleichen. Die Namen der einzelnen Sorten wie „Blütentisch“, „Feuersiegel“, “ Goldrausch“ oder „Flammenrad“ und „Indianersommer“ sprechen für sich. Kombiniert mit den anderen Sonnenanbetern, wie zum Beispiel der Staudensonnenblume, aber auch mit filigranen Gräsern, wie der Rutenhirse mit ihren zierlichen Blütenrispen, ergibt sich ein besonders schönes und harmonisches Gartenbild, das den Betrachter zum Träumen einlädt.

 

Sonnenblumen sind die klassischen Sommerstars. Wir kennen sie vor allen Dingen als stattliches Ergebnis des vorjährigen Vogelfutters, häufig angelehnt an den Gartenzaun. Für die Gestaltung des Gartens bzw. des Staudenbeetes sind jedoch die Staudensonnenblumen von ganz besonderer Bedeutung. Sie haben zwar nicht ganz so große Sonnengesichter wie die einjährigen Sorten, sind dafür aber langlebig und robust und ausdauernd in der Blüte. Und sie sind als „Zaungucker“ oder für die Bepflanzung des Hintergrundes ideal geeignet. Die goldgelbe „Capenoch Star“ mit ihren buschigen Horsten lässt sich gut mit Sonnenbraut (Helenium) in verschiedenen Farbtönen  oder Sonnenhut „Rudbekia“ kombinieren. Die zitronengelbe „Lemon Queen“ wird bis zu 170 cm hoch hat eine auffällige und trotzdem zartere Blütenfarbe. Diese Sorte ist besonders reichblütig und blüht bis zum Frost. Sie lässt sich daher besonders gut mit den verschiedensten Astern und ihren kräftigen Farben kombinieren.

 

Wer auch auf der Terrasse nicht auf die Sommersonnen verzichten möchte, kann aus einem inzwischen breit gefächerten Angebot von Topfpflanzen auswählen. Neben den klassischen Sonnenblumen, an denen nach der Blüte viele Sonnenblumenkerne ausreifen und so auch im Winter noch für die hungrige Vogelwelt attraktiv sind, gibt es große, kleine, gefüllte und zweifarbige Sorten. Besonders hervorgehoben werden soll hier noch die Sonnenblume „Teddybär“, die ihrem Namen alle Ehre macht. Ihre goldgelben, dicht gefüllten wuscheligen Blüten wirken in der Tat plüschig wie ein Teddybär. Sie sind vergleichsweise niedrig gezüchtet, was in Anbetracht der Schwere der Blüten von Vorteil ist. Aufgrund dieser fast kugelig wirkenden Form eignen sie sich besonders gut für die Bepflanzung von Blumenkübeln, da sie nicht zu kopflastig werden, und wirken somit sehr dekorativ auf Terrasse oder Balkon.

Goldgelbe Spätblüher sind echte „Gute Laune Stifter“ – Teil 1

Wenn die Sonne ihren höchsten Zenit überschritten hat und das spätsommerliche Licht beginnt, etwas weicher zu werden, kommt die große Stunde der gelben Prachtstauden, wie zum Beispiel Sonnenhut (Rudbekia), Sonnenbraut (Helenium) und Sonnenblume (Helianthus). Die aus Nordamerika stammenden Korbblütler sorgen dafür, dass selbst an etwas trüberen Tagen der Garten heiter wirkt, indem sie dank ihrer leuchtenden Farbe immer einen Hauch von Sonnenschein und Lebensfreude in den Garten zaubern. Ergänzt wird das sonnige Gold durch die bereits seit Juli blühenden Stauden Mädchenauge (Coreopsis) und Sonnenauge (Heliopsis).

 

Diese Sonnenkinder strahlen nicht nur Optimismus und Wohlbefinden aus, sie empfangen auch den Besucher und Betrachter eines Gartens offen und fröhlich. Und dabei sind viele dieser Stauden echte Dauerbrenner, die mit Hilfe einer geringen Pflege wochenlang blühen. Durch das laufende Ausschneiden der verblühten Blüten bzw. Blütenstände erreicht man eine Verlängerung der Blütezeit je nach Witterung für oft mehrere Wochen. Darüber hinaus wird eine Selbstaussaat verhindert und somit die Sortenechtheit erhalten.

 

Das Sortiment der Sonnenhüte für das Blumenbeet ist groß, sowohl farblich als auch was die Größe angeht, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Unterscheidung in zwei Gattungen, nämlich Echinacea und Rudbekia hilft, den Überblick zu behalten. Die botanische Bezeichnung Echinacea leitet sich von dem altgriechischen Wort „echinos“ für Seeigel ab und bezieht sich auf die auffällige, stachspitzige Mitte der Blüten, die die Blütenblätter kugel- oder zylinderförmig deutlich überragt.

 

Rudbekia fulgida „Goldsturm“ wird ihrem schönen Namen in jeder Beziehung gerecht. Diese Staude mit ihren großen, sternförmigen, goldgelben Blütenkörbchen mit tief dunkelbrauner bis fast schwarzer Mitte ist wohl die am häufigsten gepflanzte Rudbekia. Sie ist  nicht nur standfest und äußerst gesund, sondern auch langlebig, ohne dabei zu wuchern.

Spätblüher

Die ebenfalls überaus reichblühende Rudbekia triloba – auch als Goldschleier-Sonnenhut bekannt – ist leider nur sehr kurzlebig und wird daher in erster Linie als einjährige Pflanze für die Topfbepflanzung angeboten. Dafür  blühen die gelben, schwarzgeäugten Blüten hier besonders zahlreich und langanhaltend. Wichtig ist allerdings eine ausreichende Feuchtigkeit, da die Blätter sonst schnell anfangen zu knuspern.

 

Ideal für gestaffelte Beete als sogenannte Hintergundpflanze auch in kleinen Gärten eignet sich die Rudbekia nitida „Goldschirm“ oder auch „Herbstsonne“,  allgemein auch als Fallschirm-Rudbekie bekannt. Sie wird bis zu zwei Meter hoch und trägt auf ihren straffen Stielen leuchtend gelbe Strahlenblüten, deren leicht nach unten gebogenen Blütenblätter und der grünliche Kolben in der Mitte der Staude ihren besonderen Namen geben. Die gelben Blüten scheinen wirklich wie lauter fröhliche Fallschirme hoch über den anderen Blüten eines Beetes zu schweben. Sie benötigen allerdings neben einem vollsonnigen Standort auch einen nahrhaften Boden mit  genügend Feuchtigkeit.

 

Der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) Magnus sieht dem gelben Sonnenhut recht ähnlich. Die großen, strahlenförmigen Blüten haben eine besonders große, starke vorgewölbte Mitte, die wie die Blütenblätter ebenfalls karminrot ist. Diese wirklich spektakuläre Gartenpflanze zieht alle Blicke auf sich und auch auf Schmetterlinge und Insekten übt sie eine magische Anziehungskraft aus. Inzwischen gibt es auch Sorten mit weißen, gelben oder orange farbigen Blüten, wobei der purpurfarbene Sonnenhut sicher der auffälligste ist. Nachteil dieses besonderen Sonnenhutes ist seine Kurzlebigkeit, der durch häufige Teilung des Ballens im zeitigen Frühjahr entgegengewirkt werden kann.

Darüber hinaus ist der Purpur-Sonnenhut auch als Heilpflanze bekannt, die schon von den Indianern Nordamerikas gegen Halsentzündungen verwandt wurde. Heute werden aus Echinacea gewonnene Präparate zur positiven Unterstützung des Immunsystems eingesetzt.

 

Informationen über weitere „Sonnenkinder“ im Garten, wie zum Beispiel Sonnenbraut (Helenium), Sonnenauge (Heliopsis) und Mädchenauge (Coreopsis) sowie die mehrjährigen Staudensonnenblumen, ihre Besonderheiten und ihre Einsatzmöglichkeiten bei der Gestaltung eines Staudenbeetes folgen im Teil 2 über Goldgelbe Spätblüher als „Gute Laune Stifter“.

Sempervivum – Hauswurze sind anspruchslose, pflegeleichte und extrem vielfältige Überlebenskünstler

Hauswurze, auch Dachwurze oder Donnerwurze genannt, gehören zur  der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae), zu denen auch die verschiedenen Arten der Fetthennen (Sedum) gezählt werden.  Der botanische Name „Sempervivum“ leitet sich von den lateinischen Worten „semper“ für immer und „vivus'“ für lebend ab und bedeutet also „immerlebend“. Der deutsche Name „Wurz“ kommt aus dem Althochdeutschen, wo er für Wurzel oder Pflanze verwendet wurde. Die Bezeichnung „Donnerwurz“ hängt mit dem alten Aberglauben zusammen, dass ein Dach auf dem diese Wurze wachsen, vom Blitzschlag verschont bleibt. Diese These wurde auch durch die moderne Wissenschaft bestätigt, da mit Dachwurzen bewachsene Strohdächer feuchter bleiben und daher bei Blitzeinschlag seltener brennen. Der Überlieferung nach verordnete bereits Kaiser Karl der Große im 9. Jahrhundert die Bepflanzung von Dächern mit Hauwurzen, um sie vor Blitz und Brandgefahr zu schützen. Darüber hinaus ist auch seit alters her die Anwendung des Sempervivums in der Volksheilkunde äußerst vielseitig. So war u.a. die  schmerzlindernde und kühlende Wirkung des Saftes gequetschter Hauswurzblätter bekannt, der zur Linderung von Brandblasen und Insektenstichen eingesetzt wurde. Heute bedient man sich dieses Wissens wieder in der modernen Homöopathie.

 

Aus der ursprünglich in vielen europäischen Gebirgen heimischen Pflanze wurde eine winterharte Gartenpflanze, die mittlerweile in ganz Europa, aber auch Ländern in Übersee, wie den Vereinigten Staaten, zu finden ist. Aufgrund ihrer geringen Größe und ihrer Anspruchslosigkeit ist sie insbesondere auch für kleinere Gärten, aber auch Topfgärten oder alpine Bepflanzungen von Trögen hervorragend geeignet, wobei allerdings Staunässe unbedingt vermieden werden muss. Freunde der Dickblattgewächse kreieren mit großem Ideenreichtum interessante Arrangements mit Hauswurzen verschiedenster Farben und Formen, so zum Beispiel in altem Küchengeschirr und – gerätschaften oder auch alten Lederschuhen. In Zinkbadewannen oder alten Schweinetrögen jeder Größe werden ganze Landschaften phantasievoll angelegt. Wichtig bei all diesen Bepflanzungen ist eine ausreichende Drainage, zum Beispiel mit Blähton oder Kies. Das Wasser muss unbedingt abfließen können! Die handelsübliche Pflanzerde sollte daher unbedingt durch ein Drittel Kies, Sand oder Splitt ergänzt werden. Auch wenn Hauswurze in ihrer Naturform äußerst genügsam sind, so ist bei den Hybriden, also den gezüchteten Formen, etwas Dünger, zum Beispiel in Form von Hornspäne, und die Zugabe von Komposterde sinnvoll

Sempervivum – Hauswurz

Hauswurze bilden Horste in Form rosettenartiger Polster, deren Aufbau die Verdunstung von Feuchtigkeit auf ein Minimum beschränkt. Die mehrjährigen und immergrünen Pflanzen gehören zu den Sukkulenten, d.h. sie sind in der Lage, in ihren dickfleischigen Blättern Wasser zu speichern. Damit sind sie die ideale Bepflanzung für trockene, sehr sonnige Standorte. Die auf bis zu 40 cm langen Blütenstielen befindlichen Trugdolden schieben sich zwischen Mai und August aus den Rosetten heraus. Sie bestehen aus zahlreichen sternförmigen oder röhren-  bis glockenförmigen Blüten, deren Farbpalette von Weiß und gelb über rosarot bis tief rot reicht.   Nach der Blüte sterben die Rosetten ab, die zuvor geblüht haben, während sich die Pflanze durch Tochterrosetten  ausbreitet und bei manchen Arten in relativ kurzer Zeit größere Matten bilden.

 

Die Form der Blätter ist bei den verschiedenen Arten sehr vielfältig. Sie reicht von lanzettlich, elliptisch, keilförmig und spitz bis hin zu eiförmig. Das Farbspiel der Blätter variiert je nach Standort und dem zur Verfügung stehenden Sonnenlicht. Eine besonders wichtige Rolle spielt auch die Höhenlage, denn mit höherem Standort nimmt die Intensität und Leuchtkraft der Farben deutlich zu. Aber auch die einzelnen Jahreszeiten mit ihrem unterschiedlichen Lichteinfluss spielen eine große Rolle. So gibt es Farbabstufungen von olivgrün, graugrün bis hin zu rotbraun und fast violett. Schon eine geringfügige Standortveränderung, zum Beispiel bei einer Topfpflanzung, kann den Farbton der Blätter beeinflussen und verändern. Zu schattige Standorte lassen die Farben allerdings verblassen und verursachen ein Auswuchern der Sonnenanbeter. Die Größe der halbkugeligen, aber auch sternförmig ausgebreiteten Rosetten liegt überwiegend zwischen 3 – 6 cm, es gibt aber Arten mit Rosetten von 0,5 cm bis zu 22 cm.

 

Gerade diese Vielfalt – es wurden bereits mehr als 7.000 Sorten gezüchtet – macht Sempervivum für viele Liebhaber und Sammler zu einem begehrten Objekt, wobei der Schwerpunkt des Interesses – anders als bei vielen anderen Stauden – nicht in erster Linie die Blüten sind, sondern die außerordentliche Vielfalt der Rosettenformen und –farben sowie die interessanten Möglichkeiten der Kombination.

Schrebergärten im Wandel der Zeit – Teil 2

Mit der zunehmenden Individualisierung der Lebensweise und der größeren Mobilität vieler Familien durch die private Anschaffung von PKWs in den siebziger und achtziger Jahren war die Kultur der Schrebergärten Ende des zwanzigsten Jahrhunderts eher rückläufig, was zu einem immer höheren Durchschnittsalter der Nutzer führte. Darüber hinaus wurden die häufig strengen Regularien der Vereinssatzungen gerade in dieser Zeit als einengend und autoritär empfunden.

 

Erst das zunehmende Umweltbewusstsein, das sich in den vergangenen Jahren des einundzwanzigsten Jahrhunderts mehr und mehr durchsetzte, führte zu einer Neubelebung des Gedankens der Kleingärten. Auch die erhebliche Verteuerung der Spritkosten, die weite Ausflüge mit dem Auto immer kostspieliger werden ließen, führte dazu, dass sich junge Familien mit kleinen Kindern nach ortsnahen, sinnvollen Freizeitbeschäftigungen umsahen. So bietet die Anmietung eines Kleingartens den direkten Kontakt mit der Natur insbesondere für Menschen, die in Etagenwohnungen leben. Das Image des „Gartenzwergparadieses“ aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist längst von einem Trend mit neuen, ökologischen Gesichtspunkten abgelöst worden.

 

Die Möglichkeit, einen gesunden Anbau von Obst und Gemüse persönlich nach biologischen Gesichtspunkten durchzuführen, also ohne den Einsatz von Kunstdünger und chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln, ist gerade für junge Familien mit Kindern wieder ausgesprochen attraktiv geworden. Natur- und Umweltschutz durch naturnahes Gärtnern sowie die Belange der Landschaftspflege stehen inzwischen für die meisten Nutzer von Kleingärten absolut im Vordergrund. Dazu gehören nicht zuletzt auch die Nutzung von Regenwasser zum Bewässern der Beete sowie das Kompostieren.

Gartenlaube

Gerade für Kinder ist es immer wieder von ganz besonderem Reiz, Gemüse und Obst, wie zum Beispiel Johannis- und Stachelbeeren, Erd- und Himbeeren reifen zu sehen, um es dann auch als Naschobst ernten zu können. Aufgrund der Tatsache, dass auch die Grundstücke für Eigenheime immer kleiner werden, sind Züchter mehr und mehr auf die Notwendigkeit eingegangen, auch kleinere Obstgehölze zu entwickeln. So sind zum Beispiel die Säulenäpfel hervorragend für einen Kleingarten geeignet. Aber auch der Bereich des Ziergartens ist der ganze  Stolz vieler Kleingartenbesitzer. Mit interessanten Gartenideen und wunderschöner Bepflanzung werden die Gärten zu kleinen grünen Oasen und damit zu einem preisgünstigen Rückzugs- und Erholungsgebiet.

 

Auch wenn die auf den Grundstücken befindlichen Gartenhäuser in erster Linie dazu dienen sollen, Gartengeräte und Gartenmöbel zu lagern, können sie in den meisten Fällen auch für die eine oder andere Übernachtung am Wochenende genutzt werden. Als Wohnsitz darf ein Gartenhaus allerdings aufgrund der Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes nicht dienen, was auch in Anbetracht der maximal vorgesehenen Grundfläche von 24 Quadratmetern inklusive Überdachung der Veranda nicht sehr komfortabel wäre. Die heutzutage im Handel befindlichen Gartenhäuser erinnern in keiner Weise mehr an die Datschen vergangener Zeit, sondern sind vielmehr zauberhafte Holzhäuser, die sich durch unterschiedliche, liebevolle und häufig sehr phantasievolle Gestaltung in die Gartenanlagen einfügen. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. organisiert alle vier Jahre gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung einen Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“, der die ökologischen, gartenkulturellen und sozialen Leistungen der Kleingartenvereine würdigt.

 

In Deutschland gibt es heute mehr als eine Million Kleingärten, die sich überwiegend in den Städten befinden und die in ca. 15.000 Vereinen mit einer unterschiedlichen Anzahl von Parzellen (von mehr als 1.000 bis zu nur 5 Parzellen) organisiert sind. Oft werden die grünen Parzellen von einer Generation an die nächste weitergegeben. Der Zulauf durch jüngere Familien führt mittlerweile dazu, dass in manchen Kleingartenvereinen wieder Wartelisten bestehen, da die Nachfrage insbesondere in den Großstädten das Angebot übersteigt.

Schrebergärten im Wandel der Zeit – Teil 1

Kleingärten, häufig auch bekannt als Schrebergarten, Laube oder Parzelle, sind in der Regel Grundstücke, die relativ günstig verpachtet werden. Meistens befindet sich eine Anzahl dieser Gärten in einer größeren Anlage, die von Vereinen, den sogenannten Kleingartenvereinen, verwaltet werden. Diese Anlagen werden auch als Gartenkolonie oder Laubenkolonie bezeichnet, in denen jeder einzelne Garten ein eingezäuntes Stück Land in einer Gesamtanlage darstellt. Die einzelnen Parzellen sind durchschnittlich ca. 370 qm groß. Bei Übernahme eines Kleingarten ist zunächst eine Ablösesumme zu zahlen  und dann regelmäßig eine festgelegte Pacht, die in den größeren Städten deutlich höher ist. Die Art der Nutzung der Grundstücke durch den Anbau von Obst und Gemüse, Pflanzung von Zierpflanzen und Rasenflächen sowie die prozentuale Aufteilung, die Größe und Bauart der Lauben sowie auch das Zusammenleben innerhalb der Anlage werden durch die Satzung des jeweiligen Vereines geregelt, die auf dem Bundeskleingartengesetz (B Klein G) basiert. Namensgebend für diese Form der Gartenkultur war ursprünglich der Leipziger Arzt Moritz Schreber.

 

Das sprunghafte Anwachsen der Bevölkerung in den Städten des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung und die damit verbundene Verelendung der Arbeiter führte zu Initiativen, die Ernährung zu verbessern, aber auch eine gesündere Lebensweise durch Aufenthalte der Familien im Freien an der frischen Luft zu fördern. Im Vordergrund dieser Gärten standen der Anbau von Obst und Gemüse sowie in kleinerem Rahmen auch die Haltung von Kleintieren, wie zum Beispiel Stallkaninchen.

 

Was der Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschildt 1865 zunächst als eine Art Schulgarten in Zusammenarbeit mit den Eltern seiner Schüler geplant hatte, damit die Kinder im Freien an der frischen Luft spielen und turnen konnten, entwickelte sich schnell zu kleinen Gärten, in denen die Kinder nicht nur beschäftigt werden konnten, sondern  darüber hinaus auch durch die Ernte ein Beitrag zu deren gesunder Ernährung gewährleistet  wurde. Und es war als sinnvolle Alternative zu den engen, dunklen und häufig feuchten Mietskasernen der Arbeiterviertel und ihren ungesunden Lebensbedingungen gedacht. Nach und nach wurden aus diesen „Kinderbeeten“ dann mehr und mehr „Familienbeete“, die auch von den Eltern der Kinder gepflegt und genutzt wurden.

Gartenhaus

Insbesondere während des ersten Weltkrieges und in den schweren Zeiten der Wirtschaftskrise in den folgenden Jahren war es nicht zuletzt den Schrebergärten und ihren Erträgen zu verdanken, dass vor allen Dingen die Menschen in den Städten, die überall herrschende Mangelernährung ergänzen konnten und so die Hungersnot und Verelendung nicht noch extremere Ausmaße annahm. Eine noch weitaus entscheidendere Rolle aber spielten die Schrebergärten während des zweiten Weltkrieges und in der schweren Zeit danach, als immer weniger Wohnraum durch die Zerstörung der Städte und den Zustrom von Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den Ostgebieten des ehemaligen Deutschen Reiches zur Verfügung stand und die Versorgung mit Lebensmitteln insbesondere in den Städten katastrophal war. So lebten bis weit in die 60er Jahres des 20. Jahrhunderts noch viele Menschen fest in mehr oder weniger festen Behausungen in den Schrebergärten.

 

Neben der Versorgung mit Lebensmitteln und der Verbesserung der Lebensqualität durch das Verbringen der Freizeit im Grünen und die damit verbundene gesündere Lebensweise – nicht zuletzt auch durch die Arbeit in den Gärten im Freien – war und ist allerdings auch insbesondere der soziale Aspekt des Gemeinschaftslebens ein wichtiger Faktor der Schrebergärten. Im Gegensatz zur Anonymität der Wohnsilos bietet sich in den Kleingärten die Möglichkeit, der Isolierung zu entgehen und Kontakte zu knüpfen. Die gemeinsamen Interessen und der Austausch von Informationen über Pflanzen, ihre Pflege und die Gestaltung der Gartenflächen bilden so die Grundlage der häufig über Jahrzehnte gewachsenen Kontakte.  Gegenseitige Hilfe, das Zusammenleben verschiedener Generationen und Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergund sowie gemeinsame Aktionen und Festivitäten fördern ein positives Zusammengehörigkeitsgefühl in den Vereinen. So gibt es in vielen Kleingartenvereinen ein Vereinshaus, in dem die Vereinssitzungen aber auch Feste stattfinden. Darüber hinaus können diese Häuser häufig auch gegen ein geringes Entgelt für private Feste angemietet werden. Die Einnahmen aus dieser Vermietung fließen der gemeinsamen Vereinskasse und damit der Allgemeinheit zu. So werden aus dieser Kasse vielfach größere Anschaffungen finanziert.

 

Heute liegen Kleingärten vor allen Dingen in größeren Städten wieder voll im Trend. Sie bieten vielen jungen Familien mit Kindern – insbesondere denen, die sich aufgrund ihres nicht so üppigen Einkommens kein eigenes Haus leisten können  – die Möglichkeit, einen Garten mit seinen vielen Vorteilen zu nutzen.